Wer eine Firma kauft bzw. zukauft, sollte laut Thomas Salzmann Synergien nicht überbewerten

Synergien gelten neben Wachstum, höheren Marktanteilen und Effizienzsteigerungen zu den Hauptgründen, warum Unternehmen andere Firmen kaufen und sich für einen Unternehmenskauf entscheiden. „Die Realität zeigt jedoch, dass die Synergieeffekte zu den am meisten überschätzten Vorteilen eines Unternehmenskaufs gehören“, bewertet Unternehmensberater und M&A-Experte Thomas Salzmann, Geschäftsführer von Everto Consulting. Seiner Einschätzung nach werde der Synergie-Effekt gerade beim Zusammenschluss von größeren Unternehmen oftmals überbewertet. Gleichzeitig handelt es sich beim Unternehmenskauf um einen wachsenden Markt. Einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zufolge ist für jedes zweite Unternehmen ein Firmenzukauf ein Thema. Die Ausgaben von Unternehmen für Fusionen und Übernahmen betrugen im Jahr 2015 weltweit 2,7 Billionen Euro, was einem Plus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach.

Im Alltagsgeschäft lassen sich beim Unternehmenskauf tatsächliche Synergien nur selten erreichen

Wenngleich die Firmenchefs und CEOs Synergieeffekte erwarten und darin einen wesentlichen Faktor für den Unternehmenskauf sehen, zeigt sich, dass die Synergien im Alltagsgeschäft meist nur eingeschränkt realisiert werden können. Thomas Salzmann plädiert in diesem Zusammenhang im Rahmen seiner Beratungstätigkeit von unternehmerischen Kaufprozessen für einen zurückhaltenden Optimismus mit Blick auf Synergieeffekte. So werden seiner Erfahrung nach die Kosten der IT-Systemintegration nicht selten unterschätzt. Bei der Bewertung der Synergien im Rahmen der Due Diligence kommt es nach Meinung von Thomas Salzmann deshalb entscheidend auf qualifizierten Sachverstand an: „Denn wird die Prüfung der Unternehmenskennzahlen durch Investmentbanken oder Wirtschaftsprüfer vorgenommen, besteht die Gefahr, dass der Faktor Synergie beim Unternehmenskauf überbewertet wird. Warum? Ganz einfach: Meist verdienen Wirtschaftsprüfer und Investmentbanken vor allem dann gut, wenn der Kauf tatsächlich zustande kommt.“

Externer Sachverstand ist beim Unternehmenskauf wichtig, betont Thomas Salzmann

Für Thomas Salzmann ist es deshalb wichtig, dass im Rahmen der Unternehmensbewertung auch Experten hinzugezogen werden, die sich zum Beispiel mit der IT-Systemintegration auskennen. Die sitzen auch meist in den Unternehmen, müssen jedoch auch gehört werden. Häufig sind die Systeme, die in den verschiedenen Firmen genutzt werden, individuell programmiert und lassen sich nicht ohne weiteres mit den Systemen eines anderen Unternehmens im Sinne von Synergien weiterverwenden.

Bild: © maxsim – Fotolia

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