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Buy-and-Build-Strategie: Chancen und Risiken realistisch eingeordnet

Ein Verkauf im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie bietet Chancen wie den Second Exit. Er bringt aber auch Risiken mit sich, die Inhaber vorher kennen sollten.

2:41 Min.

Bei einer Buy-and-Build-Strategie kauft ein Investor mehrere Unternehmen einer Branche und führt sie zu einer größeren Gruppe zusammen. Für Inhaber, die ein solches Angebot erhalten, stellt sich die Frage: Was spricht dafür, und was dagegen? Beide Seiten gehören zu einer ehrlichen Einordnung.

Welche Chancen bietet eine Buy-and-Build-Strategie?

Die Vorteile liegen aus unserer Sicht relativ klar auf der Hand:

  • Höhere Unternehmensbewertung: Über den sogenannten Second Exit fließt Ihnen mehr Geld zu. Gemeint ist ein zweiter Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die gewachsene Gruppe als Ganzes veräußert wird.
  • Zugang zu Kapital und Know-how: Ihr Unternehmen erhält Ressourcen, die es allein nicht hätte. Das kann auch Ihnen persönlich noch einmal einen Schub geben.
  • Effizienzgewinne: Innerhalb der Gruppe lassen sich Abläufe bündeln und verbessern.
  • Schnellerer Marktausbau: Sie sind Teil eines Unternehmens, das deutlich schneller wächst.
  • Ausstieg über mehrere Jahre: Der Ausstieg ist strukturiert und zeitlich gestreckt. Mit dem ersten Verkauf haben Sie bereits Geld hinter die Brandmauer gebracht, also privat abgesichert.

Welche Risiken sollten Sie kennen?

Diese Chancen haben ihren Preis. Folgende Punkte sollten Sie vor einer Entscheidung bedenken:

  • Die Menschen müssen zueinander passen. Ohne diese Grundlage wird die Zusammenarbeit schwierig.
  • Verlust der Unternehmensidentität: Die Identität, die Sie geschaffen haben, geht im Zweifel verloren.
  • Fokus wandert von regional zu zentral: Entscheidungen richten sich weniger danach, was vor Ort sinnvoll ist, und mehr nach den Vorgaben der Zentrale.
  • Personalfluktuation: Es kann sein, dass Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.
  • Kompliziertes Vertragswerk: Die Verträge sind komplex. Sie brauchen einen Anwalt, der sich mit diesen Themen auskennt.

Warum unterschiedliche Erwartungen zum Problem werden

Ein Punkt kommt in der Praxis immer wieder vor: Käufer und Verkäufer haben Erwartungen, die keiner ausspricht. Solange diese unausgesprochen bleiben, führen sie später leicht zu Konflikten.

Wie ein Workshop Klarheit schafft

Unser Rat lautet deshalb: Machen Sie mit dem Kaufinteressenten einen Workshop. Legen Sie darin klar fest:

  • Wo soll die Reise hingehen?
  • Was soll passieren?
  • Was soll gemacht werden?

Am Ende sollte eine Übersicht stehen, am besten als Tabelle im Querformat: Wer macht was mit wem bis wann? So werden Zuständigkeiten und Zeitpläne verbindlich.

Passt das Angebot zu Ihnen?

Wenn Sie diese Punkte mit dem Kaufinteressenten abgearbeitet haben, können Sie für sich selbst eine fundierte Bewertung vornehmen. Fragen Sie sich: Wie fühlt sich das an? Möchte ich Teil des Ganzen sein? Oder ist es etwas, bei dem Sie sagen: eher friert die Hölle zu. Beide Antworten sind legitim. Wichtig ist, dass Sie die Entscheidung mit offenen Karten treffen.

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