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Was ist diese Autowaschstraße wert?

Eine Waschstraße mit 1,1 Millionen Euro Umsatz und 220.000 Euro EBIT: Welche Stärken und Risiken bestimmen ihren Unternehmenswert?

2:49 Min.

Die Eckdaten der Waschstraße

Das Unternehmen betreibt seit 18 Jahren eine Autowaschstraße. Es hat einen einzelnen etablierten Standort am Rand einer mittelgroßen deutschen Stadt. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 75.000 Fahrzeuge gewaschen. Bei gut 310 Öffnungstagen sind das durchschnittlich etwa 240 Fahrzeuge am Tag.

  • Durchschnittlicher Preis pro Wäsche: rund 14 Euro
  • Jahresumsatz inklusive Staubsaugen und weiterer Zusatzleistungen: rund 1,1 Millionen Euro
  • EBIT nach einem marktüblichen Geschäftsführergehalt: rund 220.000 Euro
  • Mitarbeitende: 6
  • Grundstück und Immobilie: gepachtet, Restlaufzeit 12 Jahre, danach Verlängerungsoption über 5 Jahre

Die Pacht ist im Ergebnis bereits berücksichtigt. Sie entspricht marktüblichen Konditionen.

Welche Stärken sprechen für das Unternehmen?

Frequenz: 75.000 Wäschen im Jahr an einem einzelnen Standort sind eine ordentliche Auslastung.

Kundenstruktur: Die Waschstraße hat zehntausende einzelne Kunden. Bleiben morgen hundert davon weg, hat das kaum Einfluss auf das Geschäft. Es gibt keine Abhängigkeit von wenigen großen Abnehmern.

Ertragskraft: Aus 1,1 Millionen Euro Umsatz entstehen rund 220.000 Euro EBIT. Das entspricht einer Marge von rund 20 Prozent. Dafür reichen sechs Mitarbeitende.

Standort: Bei einer Waschstraße ist der Standort entscheidend. Dieser Standort funktioniert nachweislich seit 18 Jahren.

Gesicherte Nutzung: Die Immobilie gehört nicht zum Unternehmen. Mit zwölf Jahren Restlaufzeit und der anschließenden Option ist die Nutzung aber langfristig gesichert.

Welche Risiken muss ein Käufer einpreisen?

Ein einziger Standort: Fällt er aus irgendeinem Grund aus, gibt es keinen zweiten, der den Ausfall auffangen kann.

Technik und Kapitalbedarf: Eine Waschstraße ist ein technik- und kapitalintensives Geschäft. Fördertechnik, Pumpen, Trockner, Wasseraufbereitung und die eigentliche Waschtechnik müssen gewartet und irgendwann ersetzt werden.

Energiekosten: Hinzu kommen Energiekosten, die laufend steigen.

Warum EBIT nicht gleich ausschüttbarer Gewinn ist

Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es zeigt die operative Ertragskraft. Es sagt aber nicht, wie viel Geld am Ende tatsächlich entnommen werden kann. Wer eine Waschstraße betreibt, muss regelmäßig Geld in den Ersatz der Anlagen stecken. Diese Mittel stehen nicht für Ausschüttungen zur Verfügung.

220.000 Euro EBIT bedeuten deshalb nicht automatisch 220.000 Euro, die jedes Jahr ausgeschüttet werden können.

Wie geht die Bewertung weiter?

Der Fall stellt Stärken und Risiken gegenüber, nennt aber noch keinen Unternehmenswert. Die Einschätzung, welchen Wert Everto für diese Waschstraße ansetzt, folgt im nächsten Beitrag der Reihe.

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