Was ist eine Buy-and-Build-Strategie?
Eine Buy-and-Build-Strategie ist Teil einer Wachstumsstrategie von Investoren. Ein Käufer oder Investor erwirbt zunächst ein Kernunternehmen. Dieses dient als Plattform. Anschließend kauft er weitere Unternehmen aus derselben Branche hinzu. Diese zusätzlichen Käufe heißen Add-ons.
Der Einstieg bei der Plattform unterscheidet sich von einem Komplettverkauf. Der Investor übernimmt das Unternehmen nicht vollständig, sondern nur Teile davon. Für den Verkäufer gibt es dabei zwei Varianten:
- Er behält einen Teil der Anteile an seinem Unternehmen.
- Er erhält einen Teil des Kaufpreises in bar und einen Teil als Anteile an der Holding.
In beiden Fällen bleibt der Verkäufer also am weiteren Erfolg beteiligt.
Wie sollen die Add-ons einen Mehrwert schaffen?
Das Ziel der Zukäufe ist, durch Synergien eine gewisse Marktmacht zu erreichen. Die Unternehmen werden dazu in gemeinsame Strukturen eingebunden. Dazu gehören zum Beispiel:
- ein einheitliches Marketing, das bundesweit betrieben wird
- eine einheitliche IT
- einheitliche Systeme für die Rekrutierung von Mitarbeitern
Hinzu kommen die Professionalisierung und Skalierung von Abläufen, die Schaffung einer zweiten Ebene und die Generierung von weiterem Wachstum. Mit der zweiten Ebene ist eine zusätzliche Führungsebene gemeint, die Aufgaben unterhalb der Inhaber übernimmt. Auf diese Weise entsteht aus vielen einzelnen Unternehmen eine große Einheit.
Für welche Branchen passt das Modell?
Der Fokus liegt auf fragmentierten Märkten. Das sind Märkte, in denen viele kleinere Anbieter tätig sind und kein einzelnes Unternehmen den Markt prägt. Beispiele sind:
- Handwerk
- Physiotherapie
- Ärzte
- IT-Unternehmen
Gerade dort lassen sich durch den Zusammenschluss Abläufe vereinheitlichen und Strukturen aufbauen, die ein einzelner Betrieb allein kaum schaffen würde.
Warum beim Einstieg schon an den Ausstieg gedacht wird
Eine Besonderheit der Buy-and-Build-Strategie ist: Schon beim Investieren denkt der Investor an den Verkauf. Das Ziel ist immer, die geschaffene Unternehmensgruppe nach vier bis sieben Jahren wieder zu verkaufen, und zwar zu einem deutlich höheren Multiple. Das Multiple ist der Faktor, mit dem eine Kennzahl wie der Gewinn multipliziert wird, um den Unternehmenswert zu bestimmen. Eine größere, professionell aufgestellte Einheit soll beim späteren Verkauf einen höheren Faktor erzielen als die einzelnen Unternehmen zuvor.
Was bedeutet das für den verkaufenden Inhaber?
Für den Inhaber, der im ersten Schritt Anteile verkauft hat, hat das Modell einen Vorteil und einen Nachteil.
- Vorteil: Beim späteren Verkauf seiner restlichen Anteile erhält er in Relation noch einmal deutlich mehr als beim ersten Schritt.
- Nachteil: Er muss noch eine gewisse Zeit an Bord bleiben. Er ist Teil der Buy-and-Build-Strategie und muss auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten.
Wer ein Angebot im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie erhält, sollte diese beiden Seiten gegeneinander abwägen.