Mehr Unternehmen stehen zum Verkauf
Die Demografie verändert den Markt für Unternehmensverkäufe. Schon heute gibt es immer mehr Inhaber, die ihr Unternehmen verkaufen wollen. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Die Zahl der Verkäufer wächst also.
Das ist aber nur eine Seite. Die demografischen Veränderungen wirken nicht nur auf die Verkäufer, sondern auch auf die Käufer. Die Dynamik der Transaktionen wird dadurch stark beeinflusst.
Auch Käufern fehlt das Personal
Kaufinteressenten haben ebenfalls ein Personalproblem. Es betrifft die Bearbeitung von Projekten. Ein Unternehmenskauf bindet Mitarbeiter, die das Zielunternehmen prüfen, Unterlagen auswerten und Gespräche führen. Fehlen diese Mitarbeiter, kann ein Käufer weniger Projekte verfolgen.
Everto hat das bereits mehrfach erlebt. Bei der Anbahnung von Transaktionen wurden Kaufinteressenten angesprochen, mit denen schon oft zusammengearbeitet wurde. Die Antwort lautete: Das Projekt ist wirklich interessant, aber es fehlen aktuell die Personalkapazitäten, um es zu verfolgen.
Interesse allein führt noch nicht zum Kauf
Für Inhaber ist diese Erfahrung wichtig. Eine Absage bedeutet nicht unbedingt, dass das Unternehmen unattraktiv ist. Es geht in solchen Fällen nicht darum, ob ein Projekt interessant ist. Entscheidend ist, ob der Käufer die Kapazität hat, es zu bearbeiten.
Ein Verkauf hängt also nicht nur von der Qualität des Unternehmens ab. Er hängt auch davon ab, ob auf der Käuferseite genug Menschen zur Verfügung stehen, um den Prozess zu tragen.
Der Personalmangel betrifft alle Beteiligten
Der Personalmangel ist nicht auf einzelne Branchen beschränkt. Er trifft nicht nur den Schlachter, die Pflege oder die Kfz-Werkstatt. Er trifft auch die Beteiligten an einer Transaktion:
- Steuerberater, die Verkäufer und Käufer begleiten
- Banken, die Unternehmenskäufe finanzieren
- Investoren, die sich mit Unternehmenskäufen und -verkäufen beschäftigen
Mehr Verkäufer treffen auf Käufer und Berater, die selbst unter Personalknappheit leiden.
Wo Probleme sind, entstehen auch Chancen
Die Lage hat nicht nur Nachteile. Wo es Probleme gibt, gibt es auch Chancen. Die Frage ist, welche Branchen aktuell interessant sind und wo sich durch die Veränderungen neue Möglichkeiten ergeben.
Für Inhaber, die über einen Verkauf nachdenken, heißt das: Die demografische Entwicklung sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Sie beeinflusst, wie viele Verkäufer auf den Markt kommen, und sie beeinflusst, wie viele Käufer ein Projekt tatsächlich prüfen können.