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Earn-out: Welche Vorteile haben Verkäufer und Käufer?

Ein Earn-out-Modell kann die Interessen beider Seiten ausgleichen. Der Verkäufer steuert Aufwand und Schlusszahlungen, der Käufer braucht weniger Eigenkapital.

1:30 Min.

Wie das Modell im Praxisbeispiel aufgebaut ist

Im Praxisbeispiel wird der Kaufpreis in Raten gezahlt. Die letzten beiden Kaufpreisraten sind als Earn-out gestaltet. Ein Earn-out ist ein Teil des Kaufpreises, der erst später fällig wird und von der weiteren Entwicklung des Unternehmens abhängt. Der Verkäufer bleibt dafür noch eine Zeit lang an Bord, im Beispiel für die nächsten zwei Jahre.

Das Ziel des Modells: Die Interessen von Verkäufer und Käufer sollen ausgeglichen werden, ohne dass die Vorteile der einen Seite die Nachteile der anderen sind.

Welche Vorteile hat der Verkäufer?

Für den Verkäufer ergeben sich im Beispiel vier Vorteile:

  • Motivation: Der Verkäufer bleibt motiviert, weil ein Teil seines Kaufpreises noch aussteht.
  • Kaufpreis: Er erhält einen Kaufpreis, der für ihn attraktiv ist.
  • Einfluss auf die Zahlung: Er kann die Zahlung der letzten beiden Kaufpreisraten selbst bestimmen, weil er die Entwicklung des Unternehmens mitgestaltet.
  • Eigener Arbeitsaufwand: Er bestimmt, wie viel Arbeit er in den nächsten zwei Jahren noch selbst leisten will.

Muss der Verkäufer jeden Tag im Büro sein?

Viele Verkäufer haben unklare Sorgen, wenn sie nach dem Verkauf im Unternehmen bleiben. Eine häufige Frage lautet: Muss ich dann jeden Morgen von 8 oder 9 bis 5 Uhr im Büro sitzen?

Die Antwort im Video ist eindeutig. Von wo aus der Verkäufer arbeitet und wie er seine Arbeit organisiert, ist dem Käufer am Ende egal. Dem Käufer geht es darum, dass die Ziele erreicht werden und der Verkäufer seine Earn-out-Zahlung erhält. Wie er das schafft, weiß der Verkäufer selbst am besten. Vorgaben dazu sind nicht zu erwarten.

Welche Vorteile hat der Käufer?

Auch der Käufer profitiert von diesem Modell:

  • Weniger Eigenkapital: Der Käufer muss weniger Eigenkapital einsetzen, weil ein Teil des Kaufpreises später gezahlt wird.
  • Know-how bleibt erhalten: Der Verkäufer und sein Wissen bleiben dem Unternehmen erhalten.
  • Ein weiterer Beteiligter mit gleichem Ziel: Für den Käufer und für die finanzierenden Banken gibt es eine weitere Person, die ein Interesse daran hat, dass der Käufer mit dem Unternehmen erfolgreich wird.

Gerade der letzte Punkt kann für die Finanzierung eine Rolle spielen. Banken sehen, dass der bisherige Inhaber am Erfolg der Übergabe beteiligt bleibt.

Warum beide Seiten gewinnen können

Der Kern des Modells liegt in der Verknüpfung der Interessen. Der Verkäufer erhält einen Teil seines Kaufpreises nur, wenn das Unternehmen sich gut entwickelt. Der Käufer erhält genau diese Unterstützung in der Übergangszeit. Beide Seiten arbeiten damit auf dasselbe Ergebnis hin.

Das Beispiel zeigt, dass schon ein einfaches Modell einen geordneten Übergang für alle Beteiligten ermöglichen kann. Wie die Raten, die Laufzeit und die Ziele im Einzelnen gestaltet werden, hängt vom jeweiligen Kaufvertrag ab.

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