Wie wird der Unternehmenswert im Grundmodell ermittelt?
Am Anfang steht eine Frage, die Käufer und Verkäufer gemeinsam beantworten: Welcher EBIT ist mit diesem Unternehmen langfristig erzielbar? Der EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Er zeigt, was das operative Geschäft erwirtschaftet.
Auf diesen langfristig erzielbaren EBIT wird ein Multiple gesetzt, also ein Faktor. Wie hoch dieser Faktor ausfällt, hängt von der Branche und von der Stabilität des Unternehmens ab. Aus EBIT und Multiple ergibt sich der Unternehmenswert.
Themen wie die Bewertung auf Basis cash and debt free, also ohne Berücksichtigung von Barmitteln und Schulden, bleiben in dieser vereinfachten Darstellung bewusst außen vor.
Wie wird der Kaufpreis ausgezahlt?
Der Kaufpreis wird nicht vollständig beim Closing gezahlt, also beim Vollzug des Verkaufs. Das Modell arbeitet in Stufen:
- Beim Closing: 75 bis maximal 80 Prozent des Unternehmenswertes.
- Nach dem ersten Jahr: 10 beziehungsweise 12,5 Prozent des ursprünglich vereinbarten Kaufpreises, wenn das vereinbarte Ergebnis erreicht wurde.
- Nach dem zweiten Jahr: nochmals 10 beziehungsweise 12,5 Prozent, wenn auch in diesem Jahr das vereinbarte Ergebnis erreicht wurde.
Bei 80 Prozent zum Closing folgen also zweimal 10 Prozent, bei 75 Prozent zweimal 12,5 Prozent. Werden die Ziele in beiden Jahren erreicht, erhält der Verkäufer den vollen vereinbarten Kaufpreis.
Welche Rolle hat der Verkäufer nach dem Verkauf?
Der Verkäufer bleibt nach dem Closing noch zwei Jahre an Bord und führt die Geschäfte weiter. Er ist damit selbst an der Entwicklung beteiligt, von der die ausstehenden Zahlungen abhängen.
Für den Käufer bedeutet das: Er zahlt den letzten Teil des Kaufpreises nur, wenn sich das zugrunde gelegte Ergebnis tatsächlich bestätigt. Solche erfolgsabhängigen Kaufpreisbestandteile werden häufig als Earn-out bezeichnet.
Was passiert, wenn die vereinbarten Ergebnisse nicht erreicht werden?
Diesen Einwand hören Berater von Verkäufern oft. Die Antwort ist einfach: Dann erhält der Verkäufer weniger Kaufpreis.
Das lässt sich auch anders betrachten. Wird das vereinbarte Ergebnis in den zwei Jahren nicht erreicht, war das Unternehmen auch weniger wert als angenommen. Das Modell verbindet den Kaufpreis also mit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens.