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Personalmangel bei Banken erschwert die Finanzierung von Unternehmensverkäufen

Banken prüfen strenger und brauchen länger. Für Verkäufer gewinnen Käufer an Gewicht, die ihre Finanzierung selbst mitbringen.

1:30 Min.

Die Finanzierung beeinflusst den Unternehmensverkauf derzeit stark

Die Finanzierung ist aktuell einer der Faktoren, die den Markt für Unternehmensverkäufe prägen. Die Einschätzung lautet: Dieser Einfluss wird sich irgendwann wieder legen. Im Jahr 2024 wirkt er aber deutlich. Banken fallen teilweise als Finanzierungspartner für Unternehmensverkäufe aus.

Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens haben Banken ihre Risikopolitik verändert. Zweitens haben auch Banken ein Personalproblem.

Warum dauert die Bearbeitung von Finanzierungsanträgen länger?

Der Personalmangel führt zu deutlich längeren Bearbeitungszeiten. Das hat eine weitere Folge. Manche Anträge, die eine Bank früher angenommen hätte, nimmt sie heute gar nicht erst an. Der Grund ist nicht unbedingt, dass das Vorhaben schlecht ist. Die Bank sagt schlicht: Wir bekommen es nicht umgesetzt.

Für einen Unternehmensverkauf heißt das:

  • Die Risikopolitik der Banken ist strenger geworden.
  • Die Bearbeitung dauert deutlich länger.
  • Ein Teil der Anträge wird aus Kapazitätsgründen abgelehnt.

Ein Beispiel aus der Praxis einer Bank

Wie sich das im Alltag zeigt, macht ein Beispiel deutlich. Eine Großkundenbetreuerin einer Bank betreut rund 75 Kunden. Auf ihrem Tisch liegen aktuell etwa 23 bis 24 Finanzierungsanträge. Mehr als 20 davon hält sie für gut und würde sie gerne umsetzen.

Wer in dieser Lage einen neuen Antrag stellt, muss sich hinten anstellen. Eine kurzfristige Entscheidung ist dann nicht zu erwarten. Das liegt nicht an der Qualität des Antrags, sondern an der fehlenden Kapazität.

Was bedeutet das für Sie als Verkäufer?

Für Sie als Verkäufer verschiebt sich dadurch der Blick auf mögliche Käufer. Wenn die Finanzierung wegen der geänderten Risikopolitik ohnehin schwieriger geworden ist und die Bearbeitung zusätzlich deutlich länger dauert, rückt ein bestimmter Käufertyp in den Vordergrund: der Käufer, der die Finanzierung selbst mitbringt.

Ein solcher Käufer ist nicht auf eine externe Bankenfinanzierung angewiesen. Damit entfallen für den Verkauf die Wartezeit bei der Bank und das Risiko, dass ein Antrag aus Kapazitätsgründen gar nicht bearbeitet wird.

Welche Fragen sollten Sie sich bei der Käuferauswahl stellen?

Aus diesen Punkten ergeben sich einige Fragen, die Sie bei der Bewertung von Kaufinteressenten berücksichtigen können:

  • Ist der Interessent für den Kauf auf eine Bankenfinanzierung angewiesen?
  • Bringt er die Finanzierung selbst mit?
  • Welche Zeitverzögerung entsteht, wenn eine Bank erst einen Antrag prüfen muss?

Die Lage bei den Banken wird sich nach der Einschätzung im Reel irgendwann wieder ändern. Solange sie aber anhält, ist die Frage nach der Finanzierung ein wichtiger Teil der Einschätzung eines Käufers.

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