Warum Steuerberater bei der Due Diligence nicht selbstverständlich verfügbar sind
Der Personalmangel betrifft nicht nur Ihr eigenes Unternehmen. Er trifft auch die Steuerberater. Für den Unternehmensverkauf hat das direkte Folgen, vor allem in der Due Diligence.
In der Due Diligence prüft der Käufer Ihr Unternehmen im Detail. Dafür braucht er Unterlagen, Zahlen und Erläuterungen. Viele Verkäufer gehen davon aus, dass sie diese Arbeit weitgehend an ihren Steuerberater abgeben können. Diese Annahme trägt derzeit oft nicht mehr.
Welche Gründe hinter den fehlenden Kapazitäten stehen
Steuerberatungen haben mit den gleichen Personalproblemen zu kämpfen wie viele andere Branchen. Hinzu kommen weitere Belastungen:
- Die Branche spürt nach wie vor die Folgen der Corona-Zeit.
- Die Arbeitsbelastung ist weiterhin hoch.
- Viele Kanzleien haben selbst Nachfolgeprobleme.
Das Ergebnis: Für zusätzliche Aufgaben wie die Begleitung einer Due Diligence fehlt häufig die Zeit.
Was das konkret für Ihren Verkaufsprozess bedeutet
In der Praxis zeigt sich das auf zwei Arten:
- Absage: Der Steuerberater lehnt die Begleitung der Due Diligence ganz ab, weil er keine Kapazitäten hat.
- Verzögerung: Der Steuerberater übernimmt die Aufgabe, braucht aber deutlich länger für die Bearbeitung.
Beides kann den Verkauf erheblich verzögern. Das ist relevant, weil es in der Due Diligence darauf ankommt, dass die Unterlagen schnell und vollständig bereitgestellt werden. Wenn Anfragen des Käufers lange unbeantwortet bleiben, gerät der Prozess ins Stocken.
Wie Sie als Verkäufer damit umgehen sollten
Der Rat lautet: Sprechen Sie das Thema rechtzeitig an. Klären Sie mit Ihrem Steuerberater frühzeitig, ob und in welchem Umfang er Sie in der Due Diligence unterstützen kann.
Dabei geht es vor allem um zwei Fragen:
- Hat Ihr Steuerberater die nötigen Kapazitäten, um Sie während der Due Diligence zu begleiten?
- Kann er die Unterlagen und Auskünfte in der Zeit liefern, die der Prozess erfordert?
Sie dürfen derzeit nicht davon ausgehen, dass Ihr Steuerberater Sie einfach unterstützt, sobald Sie ihn beauftragen. Wer diese Frage erst klärt, wenn der Käufer bereits Unterlagen anfordert, riskiert Verzögerungen. Wer sie früh klärt, kann bei Bedarf rechtzeitig planen.