Um welches Unternehmen geht es?
Das Unternehmen prüft jedes Jahr mehrere hunderttausend Bäume. Auftraggeber sind Städte, Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften, Energieversorger und Großindustrieunternehmen. Die Mitarbeitenden kontrollieren, ob Bäume standsicher sind, ob Äste entfernt werden müssen oder ob ein Baum gefällt werden muss.
- Jahresumsatz: 4,8 Mio. €
- EBIT: 960.000 €
- 24 Mitarbeitende, darunter Baumkontrolleure, Sachverständige und ein eigenes Backoffice-Team
- Eigene Software zur digitalen Dokumentation der Baumkontrollen
Der Inhaber möchte das Unternehmen verkaufen. Die Frage ist, was es wert ist.
Warum gibt es für Baumkontrolle eine stabile Nachfrage?
Viele fragen sich, ob man von Baumkontrolle überhaupt leben kann. Die Zahlen zeigen: ja. Der Grund ist die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Ist eine Kommune Eigentümerin eines Baumes, muss sie regelmäßig prüfen lassen, ob von diesem Baum eine Gefahr ausgeht. Daraus entsteht der Bedarf für Unternehmen wie dieses.
Warum ist die Kundenstruktur für Käufer attraktiv?
Bei der Bewertung wird das Unternehmen zunächst in seine Bestandteile zerlegt. Der erste Blick gilt den Kunden. Städte, Gemeinden, Wohnungsbauunternehmen und Energieversorger vergeben solche Aufträge in der Regel über mehrere Jahre. Das führt zu wiederkehrenden Umsätzen.
Aus Käufersicht ist das ein Vorteil. Wiederkehrende Umsätze machen zukünftige Erträge planbar.
Welche Rolle spielen Fachwissen und Fachkräftemangel?
Als Nächstes zählt die Marktposition. Einen Baum zu beurteilen, erfordert Fachwissen. Viele Baumkontrolleure verfügen über spezielle Qualifikationen oder Zertifizierungen.
Gleichzeitig herrscht auch in dieser Branche Fachkräftemangel. Gute Baumkontrolleure sind schwer zu finden. Für Wettbewerber ist es deshalb nicht einfach, schnell zu wachsen.
Warum beeinflusst die eigene Software den Wert?
Das Unternehmen hat eine eigene Software entwickelt. Damit wird jede Kontrolle digital erfasst, der Zustand jedes Baumes automatisch dokumentiert und Maßnahmen können automatisch eingeplant werden.
Das hat zwei Effekte:
- Die Abläufe werden effizienter.
- Die Kunden, hier vor allem die Kommunen, werden stärker an das Unternehmen gebunden.
Die Software wirkt sich nach Einschätzung im Reel deutlich auf den Unternehmenswert aus.
Wie ertragsstark und skalierbar ist das Geschäft?
Bei 960.000 € EBIT auf 4,8 Mio. € Umsatz liegt die Marge bei 20 Prozent. Das ist ein ordentlicher Wert.
Die Frage nach der Skalierbarkeit lässt sich nur zum Teil mit Ja beantworten. Mehr Aufträge erfordern mehr qualifizierte Mitarbeitende, und diese sind knapp. Die eigene Software kann Prozesse effizienter machen.
Die konkrete Bewertung des Unternehmens folgt in einem weiteren Beitrag. Dort geht es auch darum, warum die Software den Wert hier deutlich beeinflusst.