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Was ist ein Bildungsträger mit 1,3 Mio. € Umsatz und 75.000 € EBIT wert?

Ein Bildungsträger mit Sprachkursen und Pflegehelfer-Qualifizierung: Stärken, Risiken, eine Bewertung über das EBIT-Multiple und die Frage nach dem Käufer.

2:52 Min.

Um welches Unternehmen geht es?

Betrachtet wird ein Bildungsträger in der Rechtsform einer GmbH. Er erzielt 1,3 Mio. € Umsatz und ein EBIT von 75.000 €. Das Unternehmen beschäftigt acht Mitarbeitende. Es ist auf zwei Bereiche spezialisiert: Sprachkurse für Flüchtlinge und die Qualifizierung von Pflegehelfern.

Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es zeigt, was das operative Geschäft erwirtschaftet. Bei 1,3 Mio. € Umsatz ist ein EBIT von 75.000 € nicht außergewöhnlich. Der Grund liegt im Geschäftsmodell: Bildungsarbeit ist sehr personalintensiv. Ein großer Teil des Umsatzes fließt in die Gehälter der Lehrkräfte und Mitarbeitenden.

Welche Stärken sieht ein Käufer?

Für das Unternehmen sprechen drei Punkte:

  • ausgestattete Schulungsräume
  • eine klare fachliche Spezialisierung
  • ein Markt, der in der Vergangenheit gewachsen ist

Welche Risiken drücken den Wert?

Dem stehen Risiken gegenüber, die ein Käufer genau prüfen wird:

  • Fehlende Digitalisierung: Die Prozesse sind nicht digitalisiert. Dadurch ist das Geschäft nur begrenzt skalierbar.
  • Abhängigkeit von öffentlichen Geldern: Das Geschäftsmodell hängt von öffentlichen Auftraggebern und Förderprogrammen ab.
  • Unklare Marktentwicklung: Bei Sprachkursen für Flüchtlinge ist offen, ob der Markt künftig wächst oder schrumpft. Darüber kann man unterschiedlicher Meinung haben.

In der Summe ist das Modell stark von externen Faktoren abhängig. Das erhöht die Planungsunsicherheit für einen Käufer.

Welcher Wert ergibt sich rechnerisch?

Bewertet man das Unternehmen über ein Multiple, also ein Vielfaches des EBIT, käme man in der Praxis vielleicht auf einen Faktor von 3,5 bis 4. Bei einem EBIT von 75.000 € ergibt das einen Wert von rund 260.000 bis 300.000 €.

Diese Rechnung beschreibt jedoch nur einen theoretischen Wert. Entscheidend ist, ob sich zu diesem Preis tatsächlich jemand findet, der das Unternehmen kauft.

Findet sich für ein solches Unternehmen überhaupt ein Käufer?

Die Einschätzung im Reel ist eine bewusst zugespitzte These: Bei einem absoluten Ergebnis von nur 75.000 € wird es schwer, überhaupt einen Käufer zu finden.

Realistisch sind vor allem zwei Wege:

  1. Verkauf an ein befreundetes Unternehmen, in dem der Bildungsträger aufgehen kann.
  2. Verkauf an Mitarbeitende, die das Geschäft bereits kennen.

Kommt der Käufer nicht aus einem dieser Kreise, wird ein Verkauf nach dieser Einschätzung schwierig.

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