Die Ausgangslage: Kennzahlen und Profil des Unternehmens
Betrachtet wird ein Elektrotechnikunternehmen mit 2,5 Millionen Euro Umsatz, 20 Mitarbeitenden und einem EBIT von 300.000 Euro. Der Anteil an Privatkunden ist gering. Der Grad der Digitalisierung ist hoch. Dazu kommen Wartungsverträge mit Immobilienverwaltungsunternehmen.
Nach der Einschätzung im Video entspricht ein solches Profil derzeit fast dem, was Käufer besonders suchen. Die Bewertung erfolgt trotzdem Schritt für Schritt.
Welches Ergebnis ist die Basis der Bewertung?
Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es zeigt, was der Betrieb aus seiner laufenden Tätigkeit erwirtschaftet.
Bei einer GmbH ist das Gehalt des Geschäftsführers bereits als Aufwand abgezogen. Die 300.000 Euro EBIT können daher direkt als Grundlage der Bewertung dienen. Eine Ausnahme ist möglich: Wenn ein Teil des Geschäftsführergehalts eigentlich eine Gewinnvorwegnahme ist, lässt sich das Ergebnis im Rahmen einer Bilanzbereinigung entsprechend anpassen.
Ein EBIT von 300.000 Euro bei 2,5 Millionen Euro Umsatz wird als gut eingestuft. Es gilt aber noch nicht als Premium. Beim Ergebnis besteht nach dieser Einschätzung noch Spielraum nach oben.
Was stützt den Wert des Betriebs?
- Digitalisierung: Der hohe Anteil an Digitalisierung zeigt, dass der Betrieb nicht nur klassische Installationsarbeit leistet. Er hat sich auf künftige Anforderungen vorbereitet und kann sie auch erfüllen.
- Nachfrage nach Elektroinstallation: Elektroinstallationsunternehmen sind derzeit sehr gefragt. In Metropolregionen werden teilweise Stundensätze von 125 bis 150 Euro aufgerufen. Das liegt über dem Niveau mancher Ingenieurbüros. Die Begründung im Video ist knapp: Die Betriebe können diese Preise durchsetzen.
- Wartungsverträge: Der hohe Anteil an Wartungsverträgen wird ebenfalls positiv bewertet.
Wer kommt als Käufer infrage?
Als klassische Käufer werden zwei Gruppen genannt:
- Finanzinvestoren, die mehrere Handwerksunternehmen zusammenkaufen.
- Große Immobilienverwaltungen, die kaum noch Dienstleister finden, die sie mit der Wartung ihrer Immobilien beauftragen können.
Zu welchem Preis lässt sich das Unternehmen verkaufen?
Alles in allem ergibt sich bei einem EBIT von 300.000 Euro eine Bewertung von 1,8 bis 2,1 Millionen Euro. Nach der Einschätzung im Video ist ein solches Unternehmen zu diesem Preis relativ schnell verkauft.
Für den eigenen Betrieb hängt das Ergebnis von den Einzelheiten ab. Dazu gehören die Rechtsform, die Frage nach einer möglichen Bilanzbereinigung beim Geschäftsführergehalt und die Zusammensetzung von Kunden und Aufträgen.