Um welches Unternehmen geht es?
Das Unternehmen ist in der Schädlingsbekämpfung tätig. Es erzielt 5,2 Mio. € Umsatz und 1,3 Mio. € EBIT. Es beschäftigt 24 Mitarbeitende und ist seit über 25 Jahren am Markt.
Zu den Kunden zählen überwiegend Lebensmittelbetriebe, Logistikzentren, Hotels und Industriekunden. Rund 75 Prozent der Umsätze entstehen über laufende Service- und Wartungsverträge. Viele Kunden werden monatlich oder quartalsweise betreut.
Die Frage lautet: Was wäre ein solches Unternehmen wert? 4 Mio. €, 6 Mio. € oder 9 Mio. €? Die Auflösung folgt in einem weiteren Beitrag.
Warum Käufer mehr sehen als einen Handwerksbetrieb
Viele denken bei Schädlingsbekämpfung zuerst an einen klassischen Handwerksbetrieb. Käufer sehen dahinter ein anderes Geschäftsmodell. Für sie zählen vor allem diese Punkte:
- wiederkehrende Umsätze
- hohe Kundenbindung
- geringe Konjunkturabhängigkeit
- planbare Cashflows
Hinzu kommt: Um ein solches Geschäft zu vergrößern, braucht man relativ wenig Investitionskapital. Ein großer Teil des EBIT wird deshalb tatsächlich zu Cashflow. Das ist für Investoren ein zentraler Punkt.
Warum die Kundenbindung in dieser Branche so stark ist
Die Kunden wollen kein Risiko eingehen. Wer Lebensmittel produziert, ein Lager betreibt oder ein Hotel führt, für den kann ein Schädlingsbefall sehr teuer werden. Deshalb wechseln Unternehmer ihren Dienstleister nur ungern.
Das gilt vor allem dann, wenn Dokumentation, Prozesse und Reaktionszeiten funktionieren. Es handelt sich eher um ein Vertrauensgeschäft. Reputation und Zuverlässigkeit haben hier ein Gewicht, das oft unterschätzt wird. Genau das macht das Geschäft aus Sicht von Investoren interessant.
Welche Risiken ein Käufer prüft
Trotz der stabilen Grundlage schaut ein Käufer genau hin. Typische Prüfpunkte sind:
- die Qualität der Verträge
- die regionale Abdeckung
- die Bindung der Mitarbeitenden
- die Abhängigkeit von Großkunden
Diese Fragen fließen in die Bewertung ein.
Was den Wert erhöhen kann
Inhaber können den Wert ihres Unternehmens gezielt stärken. Genannt werden:
- langfristige Verträge, die künftige Umsätze absichern
- Dokumentationsstandards
- digitale Prozesse
Außerdem interessieren sich Käufer für zwei Kennzahlen. Die Customer Acquisition Costs zeigen, was es kostet, einen neuen Kunden zu gewinnen. Der Customer Lifetime Value beschreibt, welchen Wert ein Kunde über die gesamte Dauer der Geschäftsbeziehung bringt.
Am Ende sind es vor allem die wiederkehrenden Umsätze und die stabilen Prozesse, die ein solches Unternehmen für Käufer interessant machen.