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Was ist ein Sondermaschinenhersteller mit 60 bis 80 Prozent Marktanteil wert?

30 Mio. Euro Umsatz, 4,5 Mio. Euro EBIT, Marktführer in einer Nische: So ergibt sich der Unternehmenswert, und deshalb zahlen strategische Käufer mehr.

2:52 Min.

Welche Eckdaten hat das Unternehmen?

Ausgangspunkt ist ein Sondermaschinenhersteller mit folgenden Merkmalen:

  • tätig in einer wachsenden Nischenbranche und international aktiv
  • Marktanteil von 60 bis 80 Prozent in der westlichen Welt
  • 30 Mio. Euro Umsatz und 4,5 Mio. Euro EBIT
  • 90 Mitarbeitende
  • zahlreiche Patente
  • geringe Kundenabhängigkeit
  • 2 bis 3 Mio. Euro abgezahltes Anlagevermögen

Was macht dieses Unternehmen für Käufer interessant?

Ein Marktanteil von 60 bis 80 Prozent bedeutet faktisch: Der Markt läuft über dieses Unternehmen. Hinzu kommt eine geringe Abhängigkeit von Einzelkunden. Der größte Kunde steht für 15 Prozent des Umsatzes. Das gilt als gesund und strukturell stabil.

Bei der Ertragsqualität ergibt sich aus 4,5 Mio. Euro EBIT und 30 Mio. Euro Umsatz eine Marge von 15 Prozent. Für den Maschinenbau ist das überdurchschnittlich. Die Marge scheint zudem skalierbar zu sein.

Das abgezahlte Anlagevermögen von 2 bis 3 Mio. Euro spricht dafür, dass es keinen Investitionsstau gibt. Gebundenes Anlagevermögen ist bei Maschinenbauern oft ein zentrales Thema. Die Patente sichern den technologischen Vorsprung ab. In der Summe ergibt sich eine saubere Bilanz mit strategischem Wert.

Wie hoch ist der Unternehmenswert nach der finanziellen Betrachtung?

Im industriellen Maschinenbau mit klarer Marktführerschaft sind nach Einschätzung im Video Multiples von 6 bis 7 zu erwarten. Ein Multiple ist ein Faktor, mit dem eine Ertragskennzahl wie das EBIT multipliziert wird, um den Unternehmenswert zu schätzen.

Für dieses Unternehmen ergibt sich damit ein Unternehmenswert von etwa 27 bis 32 Mio. Euro. Das ist die rein finanzielle Betrachtung.

Warum kann ein strategischer Käufer mehr zahlen?

Für einen strategischen Käufer kann das Unternehmen deutlich mehr wert sein. Die Gründe:

  • Marktdominanz in der Nische
  • Absicherung der Technologie durch Patente
  • internationaler Footprint
  • ein erfahrenes Führungsteam

Der Käufer erwirbt damit keinen einzelnen Betrieb. Er kauft am Ende einen Markt. Genau so sollte ein solches Unternehmen im Verkaufsprozess auch positioniert werden.

Welche Rolle spielt der Wettbewerb unter Interessenten?

Unternehmen dieser Art kommen selten auf den Markt. Wenn sie angeboten werden, sind sie umkämpft. Dem Sprecher im Video fallen nach eigener Aussage sofort mindestens fünf bis sechs Interessenten ein, die ein solches Unternehmen kaufen würden.

In der Regel entsteht dadurch eine Wettbewerbssituation unter den Interessenten. Diese führt zu deutlich höheren Kaufpreisen als die reine Multiple-Rechnung.

Die These im Video lautet deshalb: Dieses Unternehmen wird eher zu einem Kaufpreis von 40 Mio. Euro verkauft als darunter. Der Kern der Aussage: Marktführer werden nicht verkauft, sie werden strategisch platziert.

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