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Wie kann Ihr Steuerberater Ihren Exit ungewollt sabotieren?

Steueroptimierung senkt den ausgewiesenen Gewinn. Beim Unternehmensverkauf kann genau das den Kaufpreis drücken.

2:22 Min.

Steuerberater und Exit verfolgen unterschiedliche Ziele

Vorweg: Es geht nicht darum, Steuerberater schlechtzumachen. Ihr Steuerberater macht sicherlich einen guten Job. Trotzdem kann seine Arbeit Sie beim Unternehmensverkauf im Zweifel Millionen kosten.

Der Grund liegt im Auftrag. Das Ziel Ihres Steuerberaters ist nicht, Ihren Unternehmenswert zu optimieren. Sein Ziel ist, Ihre Steuerlast zu optimieren. Dafür nutzt er typische Hebel:

  • Rückstellungen
  • Abschreibungen
  • steuerliche Gestaltungen
  • Gewinnreduzierung

Das ist alles sinnvoll. Aber eben kurzfristig.

Ein Käufer bewertet die sichtbare Ertragskraft

Im Verkaufsprozess schaut ein Käufer auf andere Dinge als das Finanzamt. Er bewertet:

  • den nachhaltigen EBIT
  • planbare Cashflows
  • die Ergebnisqualität
  • die Stabilität der Margen

Ein Käufer kauft also keinen steuerlich gedrückten Gewinn. Er kauft die vorhandene und ersichtliche Ertragskraft. Was in den Zahlen nicht zu sehen ist, fließt in seine Bewertung nur schwer ein.

Ein Rechenbeispiel: 150.000 Euro weniger Gewinn, 900.000 Euro weniger Wert

Nehmen wir ein Unternehmen mit einer realen Ertragskraft von 500.000 Euro. Durch steuerliche Gestaltung wird daraus ein ausgewiesener Gewinn von nur 350.000 Euro.

Der Unternehmenswert wird häufig als Vielfaches des Gewinns ermittelt, dem sogenannten Multiple. Bei einem Multiple von sechs ergibt die Differenz von 150.000 Euro einen Unterschied von 900.000 Euro im Unternehmenswert.

Dem stehen vielleicht 50.000 oder 70.000 Euro Steuerersparnis pro Jahr gegenüber. Beim Verkauf verlieren Sie am Ende ein Vielfaches davon.

Undokumentierte Gestaltungen schaffen Unsicherheit in der Due Diligence

Das eigentliche Problem geht noch weiter. In der Due Diligence prüft der Käufer Ihr Unternehmen im Detail, auch Ihre Zahlen der vergangenen Jahre.

Haben Sie aggressiv optimiert und ist das nicht sauber dokumentiert, entsteht Unsicherheit. Die Kette ist einfach:

  1. Unsicherheit erhöht das Risiko.
  2. Risiko senkt den Preis.

Selbst wenn die Ertragskraft tatsächlich vorhanden ist, nützt sie Ihnen wenig, wenn der Käufer sie nicht nachvollziehen kann.

Transaktionsfähig statt steuerlich maximal optimiert

Steueroptimierung und Exit-Optimierung sind zwei unterschiedliche Strategien. Beides gleichzeitig maximal zu erreichen, ist nicht möglich.

Wenn Sie in den nächsten drei bis fünf Jahren verkaufen wollen, sollten Sie deshalb heute anfangen, anders über Ihren Gewinn zu denken. Das Ziel ist nicht der steuerlich maximal optimierte Gewinn, sondern ein transaktionsfähiger Gewinn.

Ihr Steuerberater sichert Ihre Vergangenheit. Für den Exit braucht es eine Struktur, die auf den Verkauf ausgerichtet ist. Die entscheidende Frage lautet: Worauf arbeiten Sie gerade eigentlich hin?

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